THERMOREGULATION BEIM PFERD Wissenswertes für den Winter

Gastbeitrag von Linda Lömker von @la.leilo

„Dein Pferd friert bestimmt! Pack dem lieber schnell eine dicke Decke drauf! Außerdem haben wir nachts Minusgrade“ ..oder…
„Wie kannst Du Dein Pferd bei dem Wetter ohne Decke rausstellen?“

Wir alle kennen diese Sätze zu genüge nicht wahr? 
Aber wusstet ihr, dass die Wohlfühltemperatur des Pferdes zwischen 5 Grad und 15 Grad Celcius liegt? Dies nennt sich thermoneutrale Zone (d.h. es wird keine zusätzliche Nahrung gebraucht um die Köpertemperatur aufrecht zu erhalten)

Erstaunlich oder! 

Bei den Temperaturen frieren wir uns wortwörtlich den Hintern ab und unsere Pferde?
Die fühlen sich erst dann richtig pudelwohl! 

Erst ab -15 Grad setzt die sogenannte Thermoregulation ein.
Hier versucht der Pferdekörper durch eine gesteigerte Stoffwechselaktivität seine Körpertemperatur zu erhalten. 
Eine gut funktionierende Thermoregulation besteht aus dem Zusammenspiel zwischen Pferdehaut, Fell, Blutgefäßen und Schweißdrüsen. 

Die Haut unserer geliebten Vierbeiner ist schon relativ dick und bildet zusammen mit dem Unterhautfett schon eine sehr gute Isolierschicht. 
Hinzu kommt oben drauf noch das Fell, welches sich, je nachdem wie kalt es ist, aufstellt, dreht oder flach anliegt. 
Die Talgschicht auf dem Fell bietet einen optimalen Fettfilm, sodass es wasserabweisend ist.
Fazit daraus ist, dass am Ende die Haut unter dem Fell komplett trocken bleibt!
Das Pferd friert also nicht.

Des Weiteren sind die Arterien an der Regulation der Köpertemperatur beteiligt.
Soll der Wärmeverlust gesenkt werden, verengen sie sich – soll der Pferdekörper gekühlt werden erweitern sie sich.

Außerdem werden von der gesamten Muskelenergie 35 % in Bewegung umgewandelt, der Rest wird für Wärme aufgewandt.

Was lernen wir daraus? 💡

Pferde, die bei Wind und Wetter auf die Weide kommen – und besonders Offenstallpferde – haben eine hervorragende Thermoregulation, WENN immer genügend Raufutter zur Verfügung steht.
Demnach ist eine 24-stündige Raufutterzufuhr, wenn man es genau nimmt, unerlässlich!
Und das besonders für Pferde, die den Wetterbedingungen Tag und Nacht ausgesetzt sind. 

Funktioniert die Thermoregulation bei geschorenen oder eingedeckten Pferden?
Nein, nicht wirklich! 

Hat man sein Pferd bereits Ende Herbst eingedeckt, um es vor Wind, Kälte und Regen zu schützen, so muss man es auch konsequent weiter durchziehen.
Hier wird die Thermoregulation nicht weiter trainiert, da die Decke die Aufgabe übernimmt, das Pferd warm und trocken zu halten. 
Nimmt man also die Decke ab und stellt sein Pferd plötzlich ungeschützt auf die Weide – friert es!

Bei geschorenen Pferden ist es noch ein Stück weit schwieriger, auf die richtige Körpertemperatur zu achten.
Hier heißt es: gut über die gewählten Decken informieren und regelmäßig kontrollieren, ob dem Pferd entweder zu warm oder auch zu kalt ist.

Mit einer richtig gewählten Decke werden aber meines Erachtens alle Pferde warm und trocken durch den kalten Winter kommen.

Und für die Teddyfell- Nasen unter den Vierbeinern: ihr habt ein wunderbares Phänomen, was sich Thermoregulation nennt!

Danke an Elisa für die bildliche Umsetzung! Ihr Instagram-Profil findet ihr hier!

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