Pferde und die Hitze

Die letzte Woche stiegen die Temperaturen zu Höchstformen an. Bei 35°C – 40°C Außentemperatur macht auch dem leidenschaftlichsten Sportler das Reiten keinen Spaß mehr … und unseren Pferden auch nicht. Doch ab wann sollten wir das intensive Training besser sein lassen?

Vorneweg: unsere Pferde fühlen sich zwischen einer Temperatur von -7°C (trockene Kälte) und +25°C am wohlsten. Bei höheren Temperaturen geht es den Pferden ähnlich wie uns: jede Bewegung kostet unglaublich viel Energie und sie suchen bewusst schattige und kühlere Plätze. So habe ich persönlich aktuell ein absolutes Luxusproblem, denn meine Pferde boykottieren die Koppel. Nur mit viel Überzeugungsarbeit inkl. schieben und ziehen lassen sie sich überreden, unter den schattenspendenden Apfelbäumen ihr Koppel-Leben zu genießen. Bin ich jetzt eine schlechte Pferdemutti, wenn ich meine Pferde deshalb gerade tagsüber weniger raus stelle?

Ganz klar: NEIN! Meine Pferde machen ganz deutlich, dass es ihnen unangenehm ist.Deshalb versuche ich, die Koppelzeit auf den Tag verteilt so zu planen, dass sie entweder früh morgens oder spät abends draußen stehen. Ähnlich verhält es sich mit dem Training: entweder ich reite bereits ganz in der Früh – oder erst nach 20:00 Uhr. Und falls das alles nicht möglich ist, dann haben die Ponys (und ich) eben hitzefrei.

Es ist wie bei uns Menschen: es gibt Leistungssportler, die es gewohnt sind, ihren Körper ans Limit und die Belastungs- und Ausdauergrenze zu bringen. Ihnen fällt es bei diesen Temperaturen leichter, fit zu bleiben. Deshalb sollte man nicht automatisch die Sportreiter verurteilen, die auch bei hohen Temperaturen das Training aufrecht erhalten. Aber man sollte es eben ans Pferd anpassen und ein paar Dinge berücksichtigen.

Was kann bei umkonditioniertem Training in der Hitze passieren?

Eigentlich ganz einfach: auch hier wie bei uns Menschen, kann es zu Dehydrierung kommen. Der Kreislauf spielt nicht mehr mit und die Motivation und Energie, Leistung zu bringen, ist gleich null. Man sollte dann wirklich auf den Körper hören – er gibt die Richtung vor.

Dennoch gibt es auch Pferde, die das Ganze nicht „eben mal so wegstecken“, wie andere Pferde. Sie tun sich bei der Hitze sehr schwer! Gib Deinem Pferd Zeit – und vielleicht doch mal 1-2 Tage hitzefrei.

Für die ganz heißen Durchhänger-Tage gibt es diese Tipps & Tricks:

1,) Schatten suchen, keine pralle Sonne
stelle sicher, dass Dein Pferd die Möglichkeit hat, sich unterzustellen. Z. B. große Bäume, die Schatten spenden können oder Unterstände.

2.) ungehinderten Zugang zum Wasser
Dein Pferd sollte jederzeit in der Lage sein können, unbegrenzten Zugang zu Wasser zu haben. Behalte die Wassertröge über den Tag verteilt im Auge!

3.) Koppelzeiten ggf. anpassen
wenn es zu heiß wird, dann stelle Dein Pferd am besten früh morgens oder spät abends auf die Koppel. Manche Pensions-Ställe bieten im Sommer auch Koppelzeiten über Nacht an. Auf das Training musst Du nicht komplett verzichten, zu diesen Tageszeiten lässt es sich auch gut reiten – und Du wirst sehen, es ist ein tolles Gefühl, morgens als Erster im Stall anzukommen und die ersten Momente des Tages gemeinsam mit Deinem Pferd zu teilen 🙂

4.) für Erfrischung sorgen
Dein Pferd freut sich über eine Dusche – oder wenigstens das Beine abspritzen. Du wohnst in der Nähe eines Sees oder Flusses? Perfekt! Dann lege Deinen Ausritt über diese Route und kühlt Euch gemeinsam ein wenig ab!


WICHTIG!
Wusstest Du, dass Du beim Beine abspritzen immer am besten mit dem linken Hinterbein beginnen solltest? Dieses Bein ist am weitesten entfernt vom Herzen. Auch hier wieder der Vergleich zum Menschen: wir sollten uns im Sommer auch wenn möglich vorher abduschen, bevor wir in kaltes Wasser hüpfen, um einen Schock des Herzens oder des Kreislaufs zu vermeiden. Deshalb vermeide zu Beginn ein direktes abspritzen der Brust und gewöhne Dein Pferd erst an das kühle Nass!

Natürlich ist das keine allgemeine Bedienungsanleitung für alle Pferde! Beobachte Dein Pferd genau – es wird Dir zeigen, wie es ihm geht und wann ihr etwas langsamer machen solltet!

Vielen Dank an die liebe Imke von @sheerbeautyakasisse &
@nelli_photographie für die Zur-Verfügung-Stellung der tollen Bilder!

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