Umstieg Großpferd / Pony oder andersrum?

Der klassische Einstieg in den Turnier-Reitsport beginnt im Kindesalter in der Ponyszene. Ponysport in reinen Ponyprüfungen kann bis zum Alter des Reiters von 16 Jahren betrieben werden. Doch was folgt dann?

Die meisten Kinder steigen dann aufs Großpferd um und bestreiten ihre ersten Prüfungen gegen die restliche Reiterwelt. Aber worin liegt eigentlich der Unterschied?

Auch die Ponyprüfungen gehen bis in die ganz hohe Klasse und man liest immer wieder von FEI-Ponys, die eine ganze Menge Geld kosten können. Diese Ponys stehen ihren großen Kollegen in nichts nach, sie sind mindestens genauso bewegungsstark, treten die Lichter teilweise noch besser aus und sind dazu einfach „handlicher“ im Umgang. Aber der noch viel größere Faktor, der für Ponys spricht: sie sind einfach liebenswert! Natürlich sind das auch die Großen, aber Ponys wird sehr oft der typische Ponycharakter nachgesagt – sie sind lieb und verkuschelt im Umgang und sind für (fast) jeden Spaß zu haben.

Für mich persönlich konnten Pferde früher nicht groß genug sein. Ich fand es optisch immer traumhaft schön und das Reitgefühl, wenn ein Riese zur Trabverstärkung oder zum Galopp loslegt ist mit nichts vergleichbar! Berufsbedingt habe ich dann aber die Ponys kennen und lieben gelernt und deshalb bin ich mit 26 Jahren vom Großpferd aufs Pony umgestiegen. Vielleicht gerade zum richtigen Zeitpunkt, denn heutzutage gibt es immer mehr erwachsene Ponyreiter und auch die Richter auf Turnier finden immer mehr Gefallen an den kleinen Dressurstars. Dennoch ist es für ein Pony natürlich in den hohen Klassen schwieriger, wenn auf 20×60 m geritten wird, weil die kürzeren Beine entsprechend mehr Schritte für die Distanz machen müssen.

Leider ist es aber nach wie vor manchmal etwas schwierig, die richtige Ausrüstung in Ponygröße zu finden. Der heutige Ponykopf liegt irgendwo zwischen den Größen Vollblut und Pony, weshalb es sich immer anbietet, gleich beide Größen zu bestellen. Je nachdem passen viele „normale“ Schabracken auch den Ponys – denn wenn man nicht auf pink, Einhörner und Glitzer-Bling-Bling steht, kann die Auswahl in Ponygröße schon mal sehr schwierig werden. Doch das schwierigste Thema: der Sattel! Er muss kurz genug sein mit einer kurzen Aufliegefläche und dabei aber trotzdem eine Sitzgröße zulassen, in die auch mal ein Hintern mit Größe 36/38 passt. Diese schwierige Kombination kann schnell zur langwierigen Suche werden.

Ansonsten kann man beim Umstieg von Groß auf Klein auch profitieren: je nachdem – und natürlich auf die Bedürfnisse angepasst – frisst das Pony nur die Hälfte des Müslis oder des Zusatzfutters als das Großpferd und der Sack oder die Dose hält plötzlich doppelt so lange, wie bisher.

„Das Reiten unterschiedlicher Pferde schult das Gefühl“

Je mehr unterschiedliche Pferde man reitet, desto weiter entwickelt sich das Reitergefühl. Der Umstieg vom Pony aufs Großpferd ist vielleicht – ganz allgemein gesagt – ein bisschen einfacher, als andersherum. Die Bewegungen der Großpferde sind größer und länger, was dem Reiter auch mehr Zeit zum Sitzen gibt. Springt das Pony zur Seite, gibt es nicht so viel, was einen Sturz abfangen oder verhindern könnte. Gerade als Erwachsener mit einem längeren Oberkörper, der schnell als Hebel wirken kann, kommt man schon mal schnell in Sitznot. Es bedarf viel an Gefühl und Gleichgewicht, um solche Balance-Unterschiede ausgleichen zu können. Kurzes Pony – kurze Wege – jede kleinste Bewegung kommt auf einem Pony unvermittelt schneller an. Erwachsene Ponyreiter sind deshalb auch oft dafür bekannt, besonders viel feines Gefühl zu haben.

Ganz egal ob Pony oder Großpferd – alles was zählt ist, dass ihr als Team gemeinsam Spaß habt!

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