Saftfutter

Raufutter, Kraftfutter, Saftfutter – diese Begriffe kennt eigentlich jeder Pferdebesitzer – und auch jeder Reitschüler, spätestens beim ersten Reitabzeichen.

Das Rau- und Kraftfutter wird oft direkt seitens des Stallbetreibers angeboten und gefüttert, da macht sich der Ein oder Andere vielleicht sogar gar nicht so viele Gedanken darüber. Das Saftfutter wird jedoch in den meisten Fällen von uns Pferdemamis als besonderes Schmankerl gefüttert: ein paar Karotten hier, einen Apfel da – und an besonderen Tagen wie Pferdegeburtstag gibt’s noch eine Banane oben drauf! Doch sind Obst und Gemüse wirklich die besseren Leckerlies? Was kann das Saftfutter noch, außer Abwechslung in den Trog bringen und für welche Pferde ist es sogar gefährlich?

Heutzutage gibt es ja nichts, das es nicht gibt.
So finden sich neben der Klassiker Apfel, Karotte und Banane mittlerweile auch Rote Beete, Orangen oder sogar Wassermelonen – und spätestens seit WM-Heldin Alice auch Mangos im Futtertrog. Aber Vorsicht! Bei all der Versuchung, in die tägliche Futterration mit etwas buntem gesundem Obst oder Gemüse Abwechslung zu bringen – ein Pferd ist keine Biotonne! Nicht alles Obst ist für Pferde geeignet, teilweise sogar absolut gefährlich!

Der Mensch mag keine braunen Bananen – auch das Pferd nicht. Beim Verderb von Obst bilden sich giftige Toxine, die natürlich alles andere als gesund sind und Koliken etc. auslösen können.  Deshalb sollten Bananen & Co. auch für die Pferde frisch und guter Qualität sein. Ein No Go z. B. ist Steinobst wie Kirschen, Pflaumen oder Pfirsiche. Die Kerne sind sehr gefährlich, wenn sie verschluckt werden. Zudem gären diese Obstsorten schnell und gern – und das ist ein unglaublich hohes Kolik-Risiko.

An apple a day keeps the doctor away?

Zu den beliebtesten Obstsorten zählt der Apfel. Allerdings sollte man auch hier ein gesundes Mittelmaß finden. Äpfel haben einen hohen Säuregehalt und können deshalb in zu hohen Mengen zu Durchfall und Kotwasser führen. Für Pferde mit Magenproblemen sollten sie deshalb absolut vom Futterplan gestrichen werden!

Beta-Carotin & Vitamin A

Karotten werden besonders gerne über den Winter gefüttert. Aber wieso eigentlich?

Als Kinder hören wir immer: „Kind, iss Deine Karotten, das ist gut für die Augen“. Da ist was dran! Vitamin A ist ein essentielles und fettlösliches Vitamin, das vor allem beim Stoffwechsel und bei der der Sehkraft eine Rolle spielt! In natürlicher Form kann Vitamin A vom Pferd aber nicht aufgenommen werden, da es nur in tierischen Nahrungsmitteln vorkommt. Die Natur hilft sich hier mit Beta-Carotin aus, da dieses als Vorstufe zum Vitamin A gilt. Das Carotin ist in Grünfutter wie Gras enthalten – aber vor allem zum hohen Anteil in Karotten. Deshalb füttern wir besonders gerne Karotten über den Winter, um die Vitamin-Zufuhr aufrecht zu erhalten. Aber auch hier gilt wieder: in Maßen, statt in Massen. Auch Karotten haben einen hohen Anteil Zucker, welcher Krankheiten wie Cushing, EMS oder Hufrehe fördern kann.

Der „Lolly“ unter dem Obst ist die Banane. Sie schmeckt herrlich süß – deshalb mögen sie unsere Pferde besonders gern. Zwar verstecken sich auch wichtiges Magnesium, Kalium & Kalzium in der Banane, allerdings auch eine Menge Zucker. Deshalb sollte man nicht mehr als eine Banane pro Tag füttern.

Fazit: Obst und Gemüse bringt bunte Abwechslung in die tägliche Futterroutine.  Ähnlich wie bei uns Menschen, wenn wir uns nach einer tollen Leistung mit einem besonderen Essen oder einer Tafel Schokolade belohnen, kommt auch das Saftfutter beim Pferd besonders gut an und kann die Motivation steigern. Man sollte dabei aber immer jedes Pferd einzeln betrachten und vorab abklären, welche Sorten für sein Pferd geeignet ist und welches eher schädlich!

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